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Glöckelberg / Zvonková
Heimatkreis: Krummau
Heimatlandschaft: Böhmerwald
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Wiederherstellung der Kirche und Rekultivierung des Friedhofs in Glöckelberg / Zvonková

Einzige Überreste des Ortes Glöckelberg sind heute Kirche und Mesnerhaus. Erst seit April 1990 ist es wieder möglich, den Ort aufzusuchen. Doch selbst die Kirche war nur schlecht wiederzufinden, da sie mittlerweile Bäume dicht umstanden. Der Friedhof, der einst die Kirche umgeben hatte, war im Jungwald untergegangen.

Herr Horst Wondraschek nahm das als Zeichen: "Wenn 45 Jahre Kommunismus und Atheismus und 45 Jahre Regen und Frost die Kirche nicht zur Gänze zerstört haben, so dürfen wir doch nicht durch unsere Inaktivität ihr den Rest geben", und schritt mit großem persönlichen Einsatz zur Tat. Ihm zur Seite standen Glöckelberger und die Arbeitsgemeinschaft ARGE-Sumava-Böhmerwald. Im Juli 1990 besichtigte unter anderem Bischof Miloslav Vlk aus Budweis die Stätte. Ende August 1990 wurde das Mauerwerk begutachtet und ein Kostenvoranschlag für die ersten Maßnahmen zur Kirchensanierung vorgelegt.

Am 22. September 1990 wurden die Arbeiten zur Wiederherstellung des Friedhofs mit einem deutsch-tschechischen Wortgottesdienst eingeleitet. Hunderte Glöckelberger fanden sich ein, um die Gemeinschaftsarbeiten tatkräftig zu unterstützen. Schnell war die Rekonstruktion des Friedhofs abgeschlossen. Über hundert Grabsteine zeugen seither wieder von den Ahnen, die dort ruhen. Die Einweihung fand am 3. November 1990 statt. Auf dem Friedhof lassen sich mittlerweile ehemalige Glöckelberger begraben.

Aber auch um die Kirche wurde sich mit viel Engagement gekümmert. Durch Spenden der Glöckelberger, wie beispielsweise auch vom Land Oberösterreich, und durch tatkräftige Unterstützung der notwendigen Arbeiten von den ehemaligen Bewohnern konnte die Kirche schon am 22. August 1992 wieder geweiht werden.

Die Restaurierungsarbeiten führten zum Teil tschechische Firmen aus. Das Gelände wurde gerodet, der Bau wurde von Grund auf saniert. Der Linzer Künstler Josef Fischnaller (gest. 2006) gestaltete neue Glasfenster und ein Kreuz für den Altar. Das Stift Schlägl spendete eine Glocke. Damit ging eine unruhige Zeit zuende: Die Glocken Glöckelbergs wurden erstmals 1876 durch einen Brand vernichtet. In beiden Weltkriegen mußten sie abgeliefert werden. Schlechter Ersatz waren die dafür ausgegebenen Kriegsanleihen. Am Eingang der Kirche hängen zwei Gedenktafeln.

Mittlerweile wird an jedem 3. Samstag im Juni von dem Mariannhiler-Orden eine Wallfahrt veranstaltet, drei- bis viermal jährlich trifft man sich zu weiteren Meßfeiern. (A.M.)
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Ostseite der Kirche am 3.11.1990 Erste Besichtigungen Glockenturm am 3.11.1990 Letzte Aufräumarbeiten vor der Einweihungsfeier