Dokumentation
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Projekte

Leipertitz / Litobratřice
Heimatkreis: Nikolsburg
Heimatlandschaft: Südmähren
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Rekultivierung und Errichtung einer Gedenkstätte im Friedhof von Leipertitz / Litobratřice

Dem Andenken an seine frühere Heimat Leipertitz und an deren Einwohner gilt das ganze Engagement von Leopold Fink. Auf seine Initiative gehen umfassende Arbeiten im Friedhof dieses Dorfes sowie die Errichtung einer Gedenkstätte dort zurück.

Wiederholt war dem Vertriebenen bei seinen häufigen Reisen nach Leipertitz der Verlust dieser Region als der Heimat seiner Kindheit schmerzlich bewusst geworden. Bei Spaziergängen durch sein Heimatdorf entdeckte er immer wieder Spuren der Vergangenheit. Gleichzeitig beobachtete er den Verfall und den Niedergang dieser letzten Zeugnisse einer früheren Zeit. Auf Grund dessen sah er sich zum Handeln gezwungen. Wenigstens einige dieser Relikte wollte er vor dem endgültigen Untergang retten. "Meine Freunde und ich wollten die letzten sichtbaren Zeugen unserer Herkunft erhalten und unseren Kindern bei ihrer Suche nach ihren eigenen Wurzeln helfen. Wir wollen aber auch den Angehörigen, Nachbarn und Freunden, den weltweit zerstreuten Leidensgenossen, eine Weihestätte schaffen." sagte er selber.

So nahm sich Herr Fink insbesondere des Ortsfriedhofs in Leipertitz an. Er bemühte sich bei der Gemeindeverwaltung zunächst um den Abschluss von langfristigen Nutzungsverträgen für 45 Grabstellen. Nach langwierigen Verhandlungen erreichte er dies und konnte danach mit seinem Projekt vor Ort beginnen. Unterstütz von einigen Helfern aus seiner neuen Heimat in Österreich legte er regelmäßig auch selbst Hand an:
Rekultivierungsmaßnahmen, Fundamente betonieren. Erdarbeiten, Grabsteine aufrichten und versetzen, Grünanlagen pflanzen, Planungen für eine zentrale Gedenkstätte entwickeln usw. usw. Für diffizilere fachliche Arbeiten wurde ein tschechischer Steinmetz hinzugezogen.

Von 1996 bis 2003 war Herr Fink mit dem Projekt befasst. In dieser Zeit investierte allein er fast 1.500 Arbeitsstunden und fuhr ca. 22.000 km mit dem Auto vom und zum früheren Heimatort! Außerdem investierte er rund 6.100 EUR aus eigener Tasche für sein Vorhaben, die Eigenarbeiten nicht mitgerechnet! Die Gesamtkosten seiner Aktion belaufen sich vom Geldwert her betrachtet bisher auf knapp 13.000 EUR! Sie wurden allein durch Spenden und Eigenleistungen der Heimatvertriebenen bestritten.

Letztendlich hat man im Mittelpunkt des Ortsfriedhofs 45 Grabstellen mit alten Grabsteinen wieder errichtet. Im Zentrum dieser Gedenkstätte entstand ein neues Denkmal, auf dem die Namen aller einstigen Familien von Leipertitz verzeichnet sind. Daneben steht eine Tafel mit der Inschrift
"Zum Gedenken an die bis 1945/46 hier lebenden und verstorbenen deutschen Bewohner von Leipertitz. Jedes Menschen Zukunft wurzelt in seiner Vergangenheit. Zur Erinnerung an unsere Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege. Gewidmet von den ehemaligen deutschen Bewohnern."
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich in Leopold Finks Buch "Tief sind die Spuren".

Die Errichtung der Gedenkstätte wurde auch filmisch dokumentiert. Der Film ist frei zugänglich unter http://www.youtube.com/watch?v=_P6pgoFxVD0.


Weitere Informationen finden Sie auch unter web.utanet.at/l.fink
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