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Kunewald / Kunín
Heimatkreis: Neutitschein
Heimatlandschaft: Kuhländchen
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Sanierung des Schlosses in Kunewald / Kunín

Intensive partnerschaftliche Kontakte der Heimatvertriebenen zu ihrer Herkunftsgemeinde Kunewald ermöglichten nach 1996 Renovierungsmaßnahmen an Denkmälern, die im Ortsbereich an die früher hier residierenden Adligen erinnern. Dabei nimmt das Schloss den wichtigsten Platz ein. Es wurde 1726 bis 1734 nach Plänen des Wiener Hofbaumeisters Lucas von Hildebrandt für die Grafen von Harrach erbaut. Schon deshalb hat der Bau aus architekturgeschichtlicher und kunsthistorischer Sicht besonderen Stellenwert. Lange galt er als "Perle Nordmährens". Bis vor dem Krieg waren auch die Gartenanlagen und ein großer Park mit allerlei Exotischem bekannte Sehenswürdigkeiten. Im Schlossinneren waren eine große Bibliothek und ein naturhistorisches Museum berühmt geworden, von denen beiden sich jedoch nach 1945 kaum etwas erhalten hat. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten im Kunewalder Schloss zeitweise die Fürstenberger, vor ihnen lebte hier die für das Kuhländchen so bedeutende Gräfin Maria Walburga von Truchseß-Waldburg-Zeil (1762-1828). Der letzte (deutsche) Besitzer war bis 1945 der Maler und Komponist Heinz-Günther Bauer.

Die Sanierung des Schlosses war ein großes Anliegen der Gemeinde Kunewald, da sie dieses Bauwerk als einen der wichtigsten Teile ihres kulturhistorischen Erbes ansieht und sich für seinen Erhalt einsetzen will. Sie beteiligte sich daher ohne Zögern an diesem Vorhaben finanziell und materiell. Vermutlich wurden aber auch andere Geldquellen angezapft, etwa das Denkmalamt oder der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds.

Nach der Vertreibung verfiel die gesamte Anlage. Die Gärten verwilderten, der Schlossbau wurde teilweise geplündert und verfiel dann immer mehr. Seine Bausubstanz litt unter Leerstand und Zweckentfremdung derart, dass der Gesamtzustand bald nur noch als ruinös zu bezeichnen war.

Durch das Engagement der Gemeinde Kunewald und mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Vertriebenen wurde der Verfall des Schlosses jedoch gestoppt. Nach den Planungen begannen 1997 umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Sie dauerten letztlich bis 2004 an. Vom Fundament bis zum Dach wurde alles sehr sorgfältig und tief greifend saniert. Das Innere des barocken Adelssitzes hat man ebenfalls restauriert, nach Möglichkeit in den Ursprungszustand zurückversetzt und vollkommen neu eingerichtet. Seitdem stellt das Bauwerk wieder ein wahres Schmuckstück dar und ist ein wichtiges Aushängeschild für Kunewald. Zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte oder Feste ziehen jedes Jahr tausende von Besuchern an.

Zur Wiedereröffnung im Juni 2004 reiste eine große Delegation mit offiziellen Vertretern aus der Partnerstadt Leimen sowie mit zahlreichen Heimatvertriebenen im Gefolge nach Kunewald. Die neue Bürgermeisterin Dagmar Novosadová hatte sie dazu alle nach Mähren eingeladen. Bei diesem Anlass wurde gleichzeitig das zehnjährige Bestehen des Freundschaftsvertrages zwischen den beiden Städten gefeiert.

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Kurz vor dem Verfall stand das Schloss in Kunewald. Von 1997 bis 2004 wurde es sehr aufwändig restauriert.