Dokumentation
grenzüberschreitender
Projekte

Kunewald / Kunín
Heimatkreis: Neutitschein
Heimatlandschaft: Kuhländchen
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Gedenkstätte im Friedhof von Kunewald / Kunín

Die intensiven partnerschaftlichen Kontakte der Heimatvertriebenen mit Vertretern ihrer früheren Gemeinde Kunewald ermöglichten neben anderem auch umfassende Arbeiten auf dem Friedhof der Kommune. Nach längeren Vorverhandlungen - seit 1991 - stimmte der dortige Gemeinderat im Januar 1993 der Errichtung einer Gedenkstätte für die ehemaligen Bewohner Kunewalds auf dem Friedhof zu. Dabei sollten die noch erhaltenen, meist "herrenlosen" Grabsteine aus deutscher Zeit saniert und anschließend an einem gesonderten Platz innerhalb des Friedhofs als Ensemble aufgestellt werden. Der Gemeinderat befürwortete diese Aktion und die Vorschläge, die die Heimatvertriebenen in Bezug auf die Gestaltung gemacht hatten. Auch stellte er materielle und finanzielle Hilfe in Aussicht, wenn sich die ehemaligen Bewohner ebenfalls beteiligen würden.

In einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion arbeiteten daraufhin viele heutige Bürger von Kunewald, ja sogar offizielle Vertreter dieser Stadt selbst aktiv bei der Umsetzung der besprochenen Pläne mit. Es wurden insgesamt 25 Grabsteine ausgewählt, abgenommen und restauriert, neu fundamentiert und anschließend in zwei Gruppen zu je 12 Stück auf der dafür ausgewählten Fläche neu aufgestellt. In der Mitte des Ensembles hat man ein altes Hochkreuz von 1883 platziert, das ebenfalls renoviert wurde. An einer der Schmalseiten der Anlage errichteten die Projektbeteiligten einen separaten, neuen Gedenkstein, der an diese Gemeinschaftsaktion erinnert. Darauf heißt es in Tschechisch und Deutsch: "Zum Gedenken an alle verstorbenen Kunewälder. Heiliger Friede ruhe auf diesem Ort und erfülle die ganze Welt. Das ewige Licht leuchte ihnen. Kunewald im Jahre 1994." Von deutscher Seite wurde das Projekt wie zuvor versprochen finanziell sehr stark unterstützt. Die tschechischen Partner bereiteten vereinbarungsgemäß auf ihre Kosten das ausgesuchte Areal im Friedhof vor und führten alle erforderlichen Erdarbeiten aus.

Am 17. September 1994 fand die Einweihung dieser neuen Gedenkstätte statt. Sie erfolgte unter großer Teilnahme von Deutschen und Tschechen. Heimatpfarrer Jung zelebrierte die Messe.

Weil dieses grenzüberschreitende Projekt von Anfang an so positiv verlaufen war, war es möglich, bei seinem Abschluss die Personen zu ehren, die sich besonders um die Aktion verdient gemacht hatten. So erhielt einerseits der tschechische Bürgermeister von Kunewald, František Kojetinský, von den Heimatvertriebenen eine offizielle Urkunde mit dem Dank für seine Unterstützung überreicht. Zum anderen wurde Heimatkreisbetreuer Heinrich Friedrich vom Bürgermeister und dem Gemeinderat von Kunewald zum Ehrenbürger dieser Gemeinde ernannt.

Für die Pflege der Gedenkstätte im Friedhof sorgt im Auftrag der Gemeinde Kunewald zukünftig nun ein Ortsansässiger, Herr Novosad, der dafür auch bezahlt wird. Die Kommune sieht die Grabsteine aus deutscher Zeit seither als Teil ihrer kulturhistorischen Denkmäler auf Gemeindegebiet und kümmert sich daher um den Erhalt.

Unabhängig von der Errichtung dieser zentralen Gedenkstätte schlossen einzelne Heimatvertriebene für weitere Grabstellen auf dem Friedhof langfristige Pachtverträge ab. Die Gräber werden jedoch an ihrem ursprünglichen Ort belassen. Auf diese Weise ist durch regelmäßige Pflege auch in der Zukunft der Erhalt der Grabstellen sichergestellt.

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Die neue Gedenkstätte im Friedhof von Kunewald dient dem Andenken an die verstorbenen ehemaligen Bewohner.