Dokumentation
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Projekte

Kunewald / Kunín
Heimatkreis: Neutitschein
Heimatlandschaft: Kuhländchen
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Kirchenrenovierung in Kunewald / Kunín

Die intensiven partnerschaftlichen Kontakte der Heimatvertriebenen mit Vertretern der Gemeinde Kunewald ermöglichten erstmals 1993/1994 verschiedene Renovierungsmaßnahmen an der Pfarrkirche dieser Stadt, die grenzübergreifend getragen wurden. Das Gotteshaus mit dem Patrozinium "Kreuzerhöhung" wurde 1812 erbaut. Nach Krieg und Vertreibung blieb sein Inneres glücklicherweise vor größeren Zerstörungen verschont. In den Jahren danach erfolgten von tschechischer Seite trotz aller Veränderungen immer wieder bestandserhaltende Maßnahmen wie z. B. Reparaturen an den Dächern von Turm und Langhaus oder die Erneuerung der Elektrik in der Kirche. Trotzdem wurden ab einem bestimmten Zeitpunkt umfassende Renovierungsarbeiten notwendig, denn die letzte große Sanierung fand bereits 1935 statt. Schon 1983, also noch Jahre vor der politischen Wende in Tschechien, spendeten ehemalige Bürger von Kunewald Geld für die Anschaffung neuer Glocken für die Kreuzerhöhungskirche. Das frühere Geläut, das aus drei Glocken bestand, war einst für Kriegszwecke eingezogen worden. Eine der neuen Glocken konnte die damalige Kirchengemeinde zwar selbst bezahlen, die beiden anderen finanzierten jedoch die Angehörigen der Heimatgemeinde. Sie sind der "Sancta Maria" und den "Angeli custodes" geweiht und 220 kg bzw. 98 kg schwer. Am 18. September 1983 weihte sie der ortsansässige Pfarrer Kaspar Schaffarczik ein, am 20. September wurden sie im Turm montiert.

Im April 1993 war es den Vertriebenen möglich, an der Außenwand der Kirchenvorhalle die ursprünglichen Marmortafeln mit den Namen der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg anbringen zu lassen. Sie waren nach der Vertreibung 1946 abmontiert und im Turm eingelagert worden. Die ehemaligen Bewohner von Kunewald finanzierten die Restaurierung der vier Tafeln und setzten sich für ihre Anbringung am angestammten Platz ein. Die verblasste Schrift wurde neu mit Goldfarbe ausgelegt, abgebrochene Plattenstücke wurden ergänzt und an das vorhandene Teil angepasst. In Zusammenhang mit diesem Unterfangen wurde zusätzlich der Bereich um das Außenportal der Kirche neu verputzt und gestrichen. Am 18. Juli 1993 fand dann die Weihe der vier alten Gedenktafeln statt.

1994 schließlich kam es zu umfassenden Renovierungsarbeiten am Kirchengebäude selbst. Sie wurden von tschechischer Seite begonnen. Erneut beteiligten sich daran die Heimatvertriebenen mit großen Privatspenden. Insgesamt brachten sie rund 15.000 EUR dafür auf! Dank ihrer Hilfe konnte nun überall am Mauerwerk der schadhafte Verputz ausgebessert werden - außen und innen. Daran schloss sich ein Neuanstrich der Mauern an. Diese Arbeiten fanden von April bis September 1994 statt.

Parallel zur Kirchenrenovierung fand in Kunewald damals auch die Sanierung der Orgel aus dem Jahr 1845 bzw. 1899 statt. Sie wurde 1948 ein letztes Mal überholt. Im Dezember 1996 war schließlich auch diese Arbeit zu Ende. Damit konnte am 8.12.1996 offiziell der Abschluss der ersten Renovierungsarbeiten an und in der Kirche feierlich begangen werden. Bischof Lobkowicz von der Diözese Troppau-Ostrau nahm die Weihe vor.

Alle Arbeiten wurden – insofern sie von sudetendeutscher Seite mitgetragen wurden – zuvor mit Pfarrer Peroutka besprochen. Dieser kümmerte sich danach um die ordnungsgemäße Abwicklung der besprochenen Baumaßnahmen.

Derzeit stehen wieder einmal weitere, noch umfassendere Sanierungsarbeiten an der Kreuzerhöhungskirche an. Manche Schäden sind inzwischen doch so groß geworden, dass die geplanten Erhaltungsmaßnahmen nicht mehr aufgeschoben werden können. Erneut arbeiten dabei grenzüberschreitend die bisherigen Projektpartner aus Deutschland und Tschechien zusammen.

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Die bisherigen Renovierungsarbeiten an der Kirche von Kunewald wurden seit 1993 maßgeblich von deutscher Seite mitgetragen und mitfinanziert.