Dokumentation
grenzüberschreitender
Projekte

Heinzendorf / Hynčice
Heimatkreis: Odrau
Heimatlandschaft: Kuhländchen
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Mendel-Geburtshaus in Heinzendorf / Hynčice

Wohl das bisher umfangreichste grenzübergreifende Projekt in der Gemeinde Groß-Petersdorf war die Renovierung des Geburtshauses des Priesters und Naturforschers Johann Gregor Mendel (1822-1884) in Heinzendorf, einem Ortsteil der Großgemeinde Petersdorf. Im Laufe der letzten Jahre entstand dort aus einem kleinen Museum über Leben und Werk dieses Gelehrten ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der böhmischen Länder mit dem Schwerpunkt Regionalgeschichte Kuhländchen. Da im Rahmen der umfassenden Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zusätzliche Räume geschaffen und bereitgestellt werden konnten, in denen Sonderausstellungen oder Versammlungen stattfinden, wurde gleichzeitig ein internationales Begegnungs- und Besucherzentrum geschaffen.
Schon 1998 gründete sich unter der Leitung des tschechischen Bürgermeisters von Groß-Petersdorf, Vladimír Nippert, der Stiftungsfonds "Johann Gregor Mendel-Geburtshaus". Im Jahr 2002 gelang es dieser Vereinigung, das eigentliche Gebäude und das Grundstück darum herum zu erwerben.
Schon vor diesem Schritt gab es von tschechischer Seite aus Kontakte zu den Heimatvertriebenen. Ebenfalls 2002 setzten dann intensive Bemühungen von Angehörigen der Heimatlandschaft Kuhländchen mit ihrem Verein "Alte Heimat" an der Spitze ein, sich an diesem grenzübergreifenden Projekt zu beteiligen. Schon nach kurzer Zeit war man mit einigen Mitgliedern im Verwaltungs- und Aufsichtsrat der Stiftung vertreten. Damit war eine tragfähige Basis geschaffen, um dieses deutsch-tschechische Gemeinschaftsprojekt erfolgreich bewerkstelligen zu können.
Das Geburtshaus des Naturforschers, der als Begründer der modernen Vererbungslehre (Genetik) gilt, sollte nach diesem Konzept auf jeden Fall erhalten bleiben. Gemeinsam ließen die Verantwortlichen zunächst das im 19. Jahrhundert erbaute, einfache Elternhaus Mendels renovieren und schufen eine bescheidene Ausstellung zu seinem Leben und Werk, aber natürlich auch zu seinen bedeutenden Forschungsarbeiten. Einige Zeit später begann man, die gesamte Hofstelle um das Geburtshaus herum zu einer internationalen Begegnungsstätte für Frieden und Freundschaft auszubauen. Dazu gehörten die Rekultivierung des ehemaligen Gartens sowie eine möglichst originale Rekonstruktion der früheren Anlage.
Neben zahlreichen Privatspenden aus Deutschland und Tschechien, insbesondere von Seiten der vertriebenen Kuhländler, kamen dem Projekt auch Zuschüsse des Strukturfonds der Europäischen Union, des tschechischen Staates und des Mährisch-Schlesischen Bezirks zu Gute. An der Finanzierung beteiligten sich ferner die Bundesrepublik Deutschland, die Hausner-Stiftung aus den USA, die Patenstadt der Kuhländler, Ludwigsburg, das hessische Sozialministerium, die European Life Scientist Organization e. V., die Klaus-Tschira-Stiftung und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien an der Finanzierung. Am 28. September 2007 wurde das Mendel-Haus feierlich eröffnet. Es soll künftig allen Forschern offen stehen und auch als Tagungshaus dienen. Ebenso ist es als Anlaufstelle für Wanderer, Radfahrer oder Urlauber sein soll.
Zur Verfügung stehen den Nutzern neben einem Museumsbereich zu Leben und Werk Gregor Mendels bzw. über die Region Mährisch-Schlesisches Kuhländchen außerdem Seminarräume, weitere Ausstellungsräume, ein Lehrsaal, ein Gesellschaftssaal, Unterkunftsräume für insgesamt 36 Personen, eine Raststätte für Radfahrer und ein Info-Zentrum zu regionalen Besonderheiten.
Als Schwerpunkt ihrer Arbeit sehen die am Projekt Beteiligten die internationale Völkerverständigung an, die sich im Falle des Mendel-Geburtshauses auf sehr unterschiedlichen Ebenen abspielen kann. Viele Möglichkeiten dazu werden den Besuchern mit diesem Haus geboten.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.mendel-geburtshaus.de
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    Das neue deutsch-tschechische Kulturzentrum im Geburtshaus des Forschers Gregor Mendel in Heinzendorf.