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Grulich / Králíky
Heimatkreis: Grulicher Ländchen
Heimatlandschaft: Adlergebirge
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Sanierungen am "Muttergottesberg" bei Grulich / Králíky

Dem Einsatz von Franz Jentschke verdankt die Pilgerstätte auf dem Muttergottesberg bei Grulich ihren Fortbestand.
Die dortigen Anlagen, die Kirche, das Pilgerheim, der Kreuzweg mit seinen acht Kapellen sowie der Pilgerweg mit Brücke, Statuen und Kreuzen waren massiv vom Verfall bedroht. Diese traurige Feststellung machte Franz Jentschke schon 1988 auf einer Reise in seine Heimat. Manches stand unmittelbar vor dem Abbruch.
Um das Schlimmste zu verhindern, begann der Initiator damals sofort und noch an Ort und Stelle Hilfsmaßnahmen anzukurbeln. Auf eigene Faust organisierte er Baumaterial und hilfsbereite Arbeitskräfte, die ihm bei der Sanierung helfen sollten. Seinerzeit war dies jedoch ein nicht ungefährliches Unterfangen, da von Seiten des kommunistischen Staates jederzeit Behinderungen oder Repressalien möglich waren.
Gleichzeitig setzte sich Franz Jentschke mit den auf kirchlicher Seite in der Tschechoslowakei Verantwortlichen zusammen, um eine Lösung des Problems zu erreichen. Mit Dechant Franz Kolař entwickelte sich eine sehr gute Zusammenarbeit, ebenfalls mit Schwester Božena. In den veränderten Zeiten nach 1989 wurde in die Gespräche auch die Gemeindeverwaltung miteinbezogen.
Von Deutschland aus organisierte Herr Jentschke ein umfangreiches Hilfsprogramm. Im Wesentlichen sollte es Spenden von Privatleuten und Unterstützung durch anderweitige Förderer bringen. Aus diesem Grund gründete er die "Muttergottesberg-Stiftung". Sie bemüht sich ebenfalls um Zuschüsse und Förderungen. Bis heute trägt sie einen großen Teil der Sanierungskosten.
Erst als nach 1989 Hilfeleistungen aus dem Ausland in Tschechien leichter möglich waren, konnte er mit dem Projekt richtig durchstarten. Die geplanten Sanierungsmaßnahmen an den desolaten Gebäuden und Monumenten des Muttergottesberges begannen und schritten bald zügig voran. Die bis dahin gesammelten Gelder ermöglichten eine sichere Finanzierung. Auch von Seiten des tschechischen Staates wurden nun Zuschüsse gegeben. Seitdem verlief das Projekt ohne Unterbrechung.
Heute ist der gesamte Klosterkomplex größtenteils saniert. Auch alle Kreuzwegkapellen wurden hergerichtet. Die am Pilgerweg stehenden Kreuze und Statuen sind renoviert, die Brücke auf dem Pilgerweg hat man ebenfalls saniert. Das Pilgerheim bietet heute 90 Betten und weitere 30 Schlafplätze im Matratzenlager. Seit der Wende floriert auch wieder die Wallfahrt. Kloster und Pilgerheim werden nun von Redemptoristen aus Přibram betrieben.
Der Initiator Franz Jentschke erhielt die Ehrenbürgerschaft der Stadt Grulich.
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