Dokumentation
grenzüberschreitender
Projekte

Groß-Petersdorf / Dolní Vražně
Heimatkreis: Odrau
Heimatlandschaft: Kuhländchen
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Erhalt kulturhistorischer Denkmäler in und um Groß-Petersdorf / Dolní Vražně

In der Heimatgemeinde Groß-Petersdorf sind auch Angehörige der früheren Ortschaften Klein-Petersdorf, Heinzendorf und Emaus zusammengefasst. Die vier nahe beieinander liegenden Weiler bildeten einst einen Pfarrsprengel.
Seit der Wende in der Tschechischen Republik konnten dank großzügiger Spenden der Vertriebenen, aber auch dank einer hervorragenden Zusammenarbeit mit den Zuständigen auf tschechischer Seite, viele grenzübergreifende Einzelprojekte erfolgreich durchgeführt werden. Sehr oft ging es dabei um den Erhalt von Gebäuden oder um die Errichtung von Gedenkstätten. Aber auch gemeinsame Treffen und Veranstaltungen standen auf dem Programm. Zugute kam allen diesen grenzüberschreitenden Aktionen, dass zur tschechischen Seite von Anfang an gute Beziehungen bestanden. Insbesondere im Bereich der Denkmalpflege wirkte es sich positiv aus, dass im Verlauf einzelner Aktionen, vermutlich auch wegen des harmonischen Miteinanders beider Seiten, viele der ausgewählten Objekte zu Denkmälern mit lokalhistorischer Bedeutung erklärt und damit unter behördlichen Schutz gestellt wurden. Sie gingen in Gemeindebesitz über, was das eine oder andere Vorhaben organisatorisch sehr erleichterte.
Im Jahr 2004 schloss man einen speziellen Vertrag ab, der das Prozedere rund um die Durchführung von Erhaltungsmaßnahmen an kulturhistorischen Objekten eindeutig regelte. Darüber hinaus stellt das Dokument grenzübergreifende Aktivitäten dieser Art von vornherein auf ein sicheres juristisches und administratives Fundament. Selbst die zukünftige Pflege und der weitere Erhalt der sanierten Objekte werden darin berücksichtigt.
Jedes der im Groß-Petersdorf durchgeführten grenzüberschreitenden Projekte wurde grundsätzlich von beiden Seiten geplant. Die Umsetzung der zuvor erarbeiteten Maßnahmen lag dann meist bei tschechischen Firmen. Die Finanzierung solcher Aktionen teilten sich die Projektpartner in der Regel zu annähernd gleichen Teilen. Oft aber kamen nicht unerhebliche Summen auch von tschechischer Seite. Der deutsche Anteil an der Gesamtfinanzierung bestand im Wesentlichen aus Privatspenden der Heimatvertriebenen.
Beispiele für solche renovierten Kleindenkmäler sind das so genannte Unglückskreuz von 1945, der Aloisius-Gedenkstein und der Judenbrunnen.
Das "Unglückskreuz" erinnert an deutsche und tschechische Kinder, die im November 1945 beim Hantieren mit zurückgelassener Kriegsmunition ums Leben kamen. Der "Aloisius-Gedenkstein" besteht aus einem Steinsockel mit aufgesetztem Gehäuse für die Figur dieses Heiligen. Er wurde im Jahr 2000 renoviert. Der so genannte Judenbrunnen war bereits 1956 einmal renoviert worden, seitdem aber nicht mehr. Ursprünglich als ritueller Waschplatz für die einstige jüdische Bevölkerung am Ort angelegt, wurde er später von den Bewohnern als Dorfbrunnen verwendet.
Informationen zu den verschiedenen Denkmäler der Region und zur Ortsgeschichte bieten dreisprachige Hinweisschilder (Deutsch, Tschechisch, Englisch), die zusammen mit dem Ortsplan an zentralen Punkten im Gemeindebereich aufgestellt wurden. Auch diese Schilder entstammen dem gemeinsamen Projekt.
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Kirche in Groß-Petersdorf.