Dokumentation
grenzüberschreitender
Projekte

Einführung
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Die Dokumentation der grenzüberschreitenden Projekte der so genannten Heimatgliederungen wird von der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und dem Referat Heimatgliederungen in der Sudetendeutschen Landsmannschaft in enger Zusammenarbeit mit der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien erstellt. Als weiterer Projektpartner fungiert der Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein.
Finanziert wurde die Dokumentation in den ersten drei Projektphasen von der Sudetendeutschen Stiftung, dem Haus des Deutschen Ostens und dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein (Mittel des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Bonn). Die Finanzierung von Phase 4 (2009/10) erfolgt aus Mitteln des letzgenannten Kulturreferenten.

Worum geht es?

Die Dokumentation will denkmalpflegerische, kulturelle u.a. Projekte bekanntmachen, welche unter der Regie oder Beteiligung von Heimatvertriebenen in ihren früheren Heimatorten stattfanden und –finden.

Seit 1990, zum Teil auch früher, wurden zahlreiche Kirchen und Friedhöfe renoviert, Gedenksteine errichtet, gemeinsame Ausstellungen und Konzerte, selbst ganze deutsch-tschechische Wochen veranstaltet.

Der Anstoß für die Initiativen ging von Heimatgemeinden, Heimatkreisen, Interessengemeinschaften oder Einzelpersonen aus. Die einzelnen Aktivitäten wurden meist in enger Zusammenarbeit mit tschechischen Pfarrern, Bürgermeistern, Gemeinden, Einrichtungen und Institutionen durchgeführt und finanziert.

Allerdings bleiben diese Initiativen in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt und geraten mit der Zeit sogar in Vergessenheit. Dem soll diese Internet-Dokumentation entgegenwirken. Denn hinter den grenzübergreifende Projekten stehen viel Engagement und eine große beidseitige Bereitschaft, bittere Erinnerungen und alte Vorurteile zugunsten einer gemeinsamen Zukunft zu überwinden.

Auch möchte die Dokumentation Anregungen für künftige deutsch-tschechische Projekte geben und auf mögliche Ansprechpartner aufmerksam zu machen. Wer beispielsweise mit der Abfassung eines beiderseits akzeptierten Textes auf einer Gedenktafel zu kämpfen hat, kann sich hier ebenso Anregungen holen wie jemand, der auf der Suche nach Geldern für eine Renovierung ist. Zudem soll die Dokumentation dazu dienen, Kontakte untereinander herzustellen. Wenn vorhanden, finden sich daher auch Links auf die Internetseiten der jeweiligen Projektpartner.

Bei der Fülle des Materials können Lücken und Mißverständnisse nicht ausbleiben. Bitte melden Sie uns, was Ihnen auffällt.

Die Dokumentation stellt kein abgeschlossenes Unternehmen dar, sondern befindet sich in ständiger Erweiterung (soweit die Finanzmittel dies erlauben). Daher steht eine Eingabemaske zur Meldung eigener, bisher nicht dokumentierter Projekte zur Verfügung.

Was bisher geschah

Projektphase 1:

Im Januar 2005 wurde ein fünfseitiger Fragebogen an die über 2000 Heimatgemeinde- und Heimatkreisbetreuer der SL verschickt. Solch einen umfangreichen Fragebogen über ein Projekt auszufüllen, das vielleicht schon einige Jahre zurückliegt, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele, denen die Sache nicht am Herzen liegt, würden ihn vielleicht einfach wegwerfen oder unbeachtet liegenlassen. Nicht so die angeschriebenen Heimatgemeinde- und Heimatkreisbetreuer.
Mehr als 250 Betreuer haben innerhalb kurzer Zeit geantwortet - ein außerordentlich hoher Rücklaufanteil, wie jeder weiß, der jemals eine Umfrage durchgeführt hat. Etwa vier Fünftel von ihnen haben den Fragebogen für ein Projekt ausgefüllt und ihn mit vielen Zusatzinformationen - ausführlichen Berichten, Bildern, Zeitungsartikeln, Briefen - versehen. Zwanzig Prozent der Einsendungen dokumentieren sogar zwei, drei, fünf Projekte. In einem Umschlag fanden sich sogar zehn ausgefüllte Fragebögen, alle mit Bildern und zusätzlichem Material ergänzt!
In der ersten Projektphase wurde eine Datenbank erstellt, in die die "harten" Daten des Fragebogens eingegeben wurden. Diese Daten ermöglichten das Sortieren der Datensätze nach bestimmten Kriterien (z.B. nach Heimatlandschaften oder nach Objekten wie Kirchen, Friedhöfen), aber auch eine statistische Auswertung. Außerdem wurden aus dem Material Texte für die Dokumentation im Internet formuliert. Obwohl zusätzlich zu den beiden hauptamtlichen Projektleiterinnen drei Mitarbeiter mit Werkverträgen beschäftigt wurde, konnte wegen der Datenfülle in dieser Projektphase nur etwa ein Viertel der Fragebögen bearbeitet werden.

Projektphase 2:

Als in der 2. Projektphase (2005/2006) wieder Geld zur Verfügung stand, konnten die restlichen Fragebögen bearbeitet werden und die ersten beiden Heimatlandschaften ins Netz gestellt werden.

Projektphase 3:

Es hatte sich gezeigt, dass die Angaben in den Fragebögen viele weitere Fragen aufwarfen. Die Nachrecherchen zu den bereits gemeldeten Projekten gestalten sich sehr zeitaufwendig und wurden bzw. werden nun in Phase 3 durchgeführt.
Hinzu kommt ein wichtiger weiterer Schritt. Die gemeldeten Projekte machen nur einen Teil - vielleicht ein Zehntel - der tatsächlich in Kooperation von Sudetendeutschen und Tschechen durchgeführten gemeinsamen Aktionen aus. In Phase 3 der Dokumentation werden daher exemplarisch für drei Heimatlandschaften (Altvater, Kuhländchen, Polzen-Neisse-Niederland) neue Quellen erschlossen und zwar insbesondere die Heimatzeitungen. Damit, so steht zu hoffen, können die bestehenden Lücken aufgefüllt werden.

Wie soll es weitergehen?

In den künftigen Phasen der Dokumentation sollen Nachrecherchen auf tschechischer Seite stattfinden und die vorhandenen Texte ins Tschechische übersetzt werden.
Derzeit ist das Material im Internet nach Heimatorten, -kreisen und -landschaften geordnet und zugänglich. Später sollen auch weitere, thematische Zugänge möglich sein, um die Benutzer bei eigenen Projekten besser zu unterstützen. Dazu soll das vorhandene Material zu bestimmten Fragestellungen ausgewertet und Anleitungen ausgearbeitet werden, die anhand von geglückten und weniger geglückten Beispielen Hilfestellungen für eigene Maßnahmen geben.
Das alles erfordert neben Geld auch viel Zeit. Wer sein eigenes Projekt vermisst, kann es daher am schnellsten unterbringen, indem er zusätzlich zu den Informationen im Fragebogen einen druckfähigen Text und brauchbare Fotos einschickt (am besten per Mail: heimatpflege@sudeten.de ). Kopien oder Abbildungen aus Heimatzeitungen bzw. Büchern sind keine geeigneten Bildvorlagen!

Mitarbeiter und Autoren

Projekleitung

Dr. Sarah Hadry, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen (seit Oktober 2008)
Dr. Eva Habel (Heimatpflegerin der Sudetendeutschen 1999-2008)
Hanni Köglsperger, SL-Referat Heimatgliederungen

Texte

Ernst Höntze M.A. (bis 2008; alle Texte, wenn nicht anders gekennzeichnet)
Dr. Raimund Paleczek (bis 2008)
Sebastian Lindmayr M.A.(bis 2008)
Dr. des. Andrea Müller (seit 2009)

Datenbank und Internet

Dieter Markgraf (seit Dezember 2008)
Klaus Zethner M.A. (bis November 2008)

Dateneingabe, Scans, Heimatzeitungen

Sabine Wirbals

Zu den Heimatgliederungen

Eine der beiden Gliederungsformen der Sudetendeutschen Landsmannschaft ist die sogenannte Heimatgliederung. Hier sind die Mitglieder nach ihren Herkunftsorten bzw. denen ihrer Eltern/Großeltern organisiert. Es gibt 14 Heimatlandschaften, die jedoch nicht immer den historischen Begriffen entsprechen. So haben sich Bewohner der jetzt so genannten Heimatlandschaft Polzen-Neiße-Niederland vor 1945 beispielsweise als Niederländer oder als Isergebirgler gefühlt und auch so benannt. Es handelt sich also um Zusammenfassungen aus organisatorischen Gründen.
Hinzu kommen, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, die Heimatvereinigungen. Bei ihnen handelt es sich um meist kleinere regionale Gruppierungen, die Vereinscharakter besitzen und nicht automatisch Mitglied der SL sind, obwohl in den meisten Fällen eine enge Zusammenarbeit stattfindet und auch personelle Übereinstimmungen bestehen. Im genannten Beispiel wäre dies zum Beispiel der Bund der Niederländer oder, nur auf eine Gemeinde beschränkt, die Schluckenauer Gilde.
Die Heimatkreise entsprechen oft, aber nicht immer, den historischen politischen Bezirken, wie sie in der Verwaltungsstruktur der Tschechoslowakischen Republik 1930 existierten.
Die Vorsitzenden von Heimatlandschaften, -kreise und -gemeinden heißen im Jargon der SL Landschafts-, Heimatkreis- und (Heimat-)Gemeinde-/Ortsbetreuer. Die Adressen der Landschafts- und Kreisbetreuer finden sich auf den Seiten der SL.